18.10.2017

Leserbriefe contra Zensur

In Deutschland wird die Meinungsfreiheit durch Artikel 5 des Grundgesetzes (GG) gewährleistet. Im Art. 5 Abs. 1 GG heißt es (verkürzt):
„(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten […] Eine Zensur findet nicht statt.“

Ab und zu kommentiere ich einen Zeitungsartikel bzw. ein Ereignis, über das in der Märkischen Oderzeitung (MOZ) berichtet wird. Einige meiner Leser-Kommentare werden manchmal in der MOZ stark verkürzt gedruckt. Hier zeige ich zwei Beispiele, wie MOZ-Redakteure meine Leser-Kommentare zensierten.
Beispiel Nr. 1:
Am 07.10.2017 reagierte ich auf einen Zeitungsartikel mit einem Leser-Kommentar. Mein vollständiger Ursprungskommentar steht links. Wie MOZ-Redakteure meine Meinung zusammengekürzt haben, sieht man rechts im Zeitungsausschnitt!
Wahrnehmungsprobleme
Nicht nur der zitierte Journalist scheint bei der Beurteilung unserer Stadt Frankfurt (Oder) Wahrnehmungsprobleme zu haben. Ziemlich viele ost- und westdeutsche Journalisten und Politiker rätseln über ihre Wahrnehmungsprobleme und Beurteilungen der jüngsten Bundestags-Wahlergebnisse. Auch die Ferndiagnosen und die Vorurteile über Frankfurt (Oder) drücken aus, dass diesen Leuten etwas fehlt: Realitätsnähe und Empathie! Umso schlimmer ist es, dass der OB-Kandidat Rene Wilke keinen Widerspruch wagt gegen das krasse Fehlurteil vom "kaputten Frankfurt", sondern nur duckmäuserisch beipflichtet, weil er glaubt, damit verunsicherte Wähler einfangen zu können. Sie sind mal wieder zu kurz gesprungen, Herr Wilke! Mit 33 Lebensjahren sind Sie meiner Meinung nach viel zu unerfahren, um die Dialekte der vielen Lebenswirklichkeiten zu kennen und zu berücksichtigen. Ihre naive Rede vom Donnerstag im Kabarettkeller ist ein deutlicher Beweis! Möge eine demokratische Mehrheit von Frankfurter Wählern uns vor Ihnen als OB bewahren!

Beispiel Nr. 2:
Am 12.10.2017 reagierte ich erneut auf einen Zeitungsartikel mit einem Leser-Kommentar. Mein vollständiger Ursprungskommentar steht links. Wie MOZ-Redakteure meine Meinung zusammengekürzt haben, sieht man rechts im Zeitungsausschnitt!
Seit 2010 ist OB Martin Wilke im Amt
Seither hat die Stadt keinen geprüften Jahresabschluss für 2010 vorgelegt. Diese Übereinstimmung von Amtsbeginn und mangelnder Kämmerei-Arbeit ist für mich kein Zufall, sondern Ausdruck jenes mutlosen Stils, den OB Martin Wilke seit seiner Amtseinführung zelebriert. Unsere Stadt lebt seit Jahren über ihre Verhältnisse und brauchte damals - 2010 - dringend eine Person an der Spitze der Stadtverwaltung, die gemeinsam mit der Stadtverordnetenversammlung die Stadtfinanzen rasch und nachhaltig konsolidiert. Dies ist nicht geschehen. Wertvolle Jahre sind seither ungenutzt verstrichen - Frankfurt sitzt weiterhin auf einem sehr hohen Schuldenberg. Die kommende Kreisgebietsreform könnte Bewegung in diese selbstverschuldete Situation bringen, weil dann die eingekreiste Stadt Frankfurt zwar von einem schuldenfreien Landkreis unterstützt, aber vor allem sehr hart kontrolliert wird. Darin sehe ich die Chance, Frankfurts Stadtpolitiker und Stadtverwalter in Richtung eines nachhaltigen Konsolidierungswillen zu führen - dann natürlich mit einem anderen OB an der Spitze.

Bitte beachten: Sowohl der Frankfurter Oberbürgermeister Martin Wilke (60) als auch der Fraktionsvorsitzende der Linkspartei in der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung Rene Wilke (33) tragen zufällig den gleichen Nachnamen, sind aber nicht miteinander verwandt! Die beiden Wilkes kandidieren für die Wahl des nächsten Frankfurter Oberbürgermeisters im März 2018.

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