14.01.2016

Wandern entlang der Klinge



Informationen über die Wanderung am 13.01.2016 mit einer PDF-Datei (669 KB):
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Es gibt in Frankfurt (Oder) immer wieder Altbekanntes neu zu entdecken. Auch deshalb folgten am 13. Januar 2016 18 Wanderfreunde meiner Einladung zum Wandern unter dem Motto: "Von der Klinge-Mündung an der Oder bis zur Klinge-Quelle im Stadtwald".
Wir starteten am Frankfurter Comic-Brunnen auf dem oberen Brunnenplatz.


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Foto links: Das Pumpenhaus in der Klingestraße 5 steht seit 1910 ganz in der Nähe jenes Ortes, wo die Klinge durch ein Rohr in die Oder mündet. Inzwischen gibt es seit 2012 eine neue Besitzerin, die in das Haus ein Restaurant und eine Pension einbauen will.
Foto rechts: In der Karl-Sobkowski-Straße wurde 1922/23 das sogenannte "Wappenhaus" erbaut. Der auffällige Erker wurde mit 14 Wappen von jenen Städten geschmückt, die im Osten wie im Westen Deutschlands durch den Versailler Vertrag verloren gingen. Für den Bau des Wappenhauses war der Architekt Martin Kießling (1879-1944) verantwortlich, der von August 1921 bis zum Sommer 1924 in Frankfurt (Oder) die umfangreichen Bauten für die neue Reichsbahndirektion Osten leitete.

Mühlen am Klingefließ

Am Lauf des Frankfurter Klingetales lagen einst bis weit in das 19. Jahrhundert hinein mehrere Wassermühlen - teils gleichzeitig, teils nacheinander:

1. "Paddenmühle" (erste Schulzenmühle);
2. "Kreuzmühle", (zweite Schulzenmühle);
3. "Lehmkutenmühle" (auch als "Milchmühle" bekannt);
4. "Simonsmühle" (um 1800 wurde der Mühlenbetrieb eingestellt);
5. "Sprockhoffmühle" (1912 abgebrochen);
6. "Birnbaumsmühle" (mußte dem Bau des Eisenbahndamms weichen).

Die Geschichte dieser Mühlen läßt sich teilweise bis in das Mittelalter verfolgen. Die Mühlen verwendeten das stetig fließende Gewässer zur Gewinnung nutzbarer Energie - damals eine unverzichtbare Notwendigkeit. Vielfach befanden sich bei den Wassermühlen auch noch Windmühlen auf den Anhöhen, um die Windenergie zu nutzen.
Von allen Mühlen ist heute nur noch das Gebäude der ehemaligen Simonsmühle erhalten. Es wurde vom einstigen Besitzer Simon als Wohnhaus umgebaut. Das Segment eines Mühlrades über der Tür erinnert an die einstige Funktion des Hauses. Bis zum zweiten Weltkrieg zählte die Simonsmühle zu den beliebtesten Gaststätten der Frankfurter.



NSG "Oberes Klingetal"

Das Obere Klingetal erstreckt sich parallel zur Klinge. Es umfasst eine Fläche von 18 ha und liegt im Westen der Stadt Frankfurt (Oder). Beim Oberen Klingetal handelt es sich um Reste einer naturnahen Bachlandschaft mit typischem Lebensrauminventar. Das Gebiet ist reliefbedingt reich strukturiert, durch extensive Landnutzung ist eine hohe Biotopvielfalt zu verzeichnen. Es ist geprägt durch das Klinge-Fließ, Feuchtwiesen, Staudenfluren und Gehölzgruppen mit charakteristischem Arteninventar.
Folgende Lebensraumtypen kennzeichnen dieses Gebiet:
- Pfeifengraswiesen auf kalkreichen Boden, torfigen ond tonig-schluffigen Böden;
- Feuchte Hochstaudenfluren.

Das Quellgebiet der Klinge liegt westlich oberhalb des NSG. Außerhalb des Schutzgebiets verlaufen die Zuflüsse zum Teil in Folge meliorativer Eingriffe unterirdisch. Die Offenflächen im Talgrund sind vielfach mit schmalen, flachen Gräben quer zum Klingefließ durchzogen. Sie deuten auf angeschnittene wasserführende Schichten hin. (Quelle: www.natura2000-bb.de)

Unsere 13-km-Wanderung dauerte 4 Stunden und endete im Stadtwald in Wupis Imbiss.


Wolfgang Streck hat nach dem 13.01.2016 diese 15 Foto-Collagen gestaltet:


12.01.2016

Felsformationen in der Böhmischen Schweiz

In der Sächsischen und Böhmischen Schweiz kenne ich das Boofen (Freiübernachten) durch viele Boofennächte. Hier präsentiere ich eine kleine Auswahl von Felsformationen aus der Böhmischen Schweiz. Hilfreich bei der Orientierung im tschechischen Teil des Elbsandsteingebirges sind stets die Karten von Dr.-Ing. Rolf Böhm. Unter anderem wurde ich auch durch die Dokumentation "Durch Höhlen der Böhmischen Schweiz", Autor: Roland H. Winkelhöfer (www.der-hoehlenforscher.de) auf einige der folgenden acht Felsformationen aufmerksam:

1. Felsformation: Eulenhöhle (Sovi jeskyne)
2. Felsformation: Feenhöhle (Jeskyne vil)
3. Felsformation: Memento Mori (Gedenke des Todes)
4. Felsformation: Nymphengrotte (Rusalcina)
5. Felsformation: Schmetterlingsboofe
6. Felsformation: Stimmersdorfer Kapelle
7. Felsformation: Verstecktes Prebischtor
8. Felsformation: Weberstube bei Janov




(1) Eulenhöhle (Sovi jeskyne)

Wie kommt man zur Eulenhöhle?
Die Zugangsbeschreibung beginnt in der Siedlung Kyjov. Im Kyjovske udoli (Khaa-Tal) kommt man zur "Touristischen Brücke". Hier folgt man der Markierung "grüner Strich" nach Norden der Bachfließrichtung entgegen und steigt zur Hochfläche hinauf. Ein Abstecher führt nach links (Westen) zu den Resten der Räuberburg Zeidlerburg / Brtnicky hradek. Bleibt man aber am Abzweig auf der Hauptlinie "grüner Strich", so passiert man nach 200 m den Zugang zum Überhang "Großes Preussenlager". Man geht weiter auf dem breiten Weg, der ziemlich horizontal verläuft. Nach weiteren 300 m passiert man den nach rechts (Osten) hinabführenden "Tiefen Einschnitt", in dem sich die Weitblickhöhle befindet. Man folgt "grün" noch weitere 300 m, gelangt rechts an Steinreste und dahinter auf den nur wenig rechts des Weges befindlichen Riffvorsprung "Eulenaussicht / Sovi vyhlidka". Etwa 80 m vorher führt eine Senke zum Felsfuß hinunter, an dem sie sogleich rechts an der Felswand den abgerutschten Block finden, der hinter sich die Eulenhöhle begrenzt (Wandertourkarte 7). Etwa 100 m hinter der Eulenhöhle finden sie die gemütliche Eulenboofe. (Autor der Zugangsbeschreibung: R. Winkelhöfer)



(2) Feenhöhle (Jeskyne vil)


Wie kommt man zur Feenhöhle?

Von Kyjov aus gehst du das Kyjovske udoli (Khaa-Tal) abwärts und passierst den "Vinny sklep" (Weinkeller). Der nächste Wegweiser zeigt zur "Touristicky most" (Touristische Brücke). Dieser Richtung folgst du, indem du auf der Straße den Bach flußabwärts begleitest. Bald überquerst du ein granitisches Wasserbauwerk eines (zeitweiligen) Zuflusses und läßt dich schließlich mehr als einen Kilometer lang von Felsgruppen geleiten, die sich durch glatte Wände und überhängende Köpfe einprägen. Hinter dem größten dieser Köpfe führt die Straße in eine Kurve und gleichzeitig zweigt von ihr rechts zum Bach hinunter der Wanderweg ab. Er führt über eine Brücke, dies ist nicht die "touristische"! Hinter dieser, nunmehr befindest du dich rechts des Wasserlaufes, führt ein offenbar ebenso alter, wie undeutlicher Pfad über eine künstliche Felsblockrampe nach rechts zurück (flußaufwärts) den Hang hinauf. Die am Boden eines Blockes versteckte Inschrift "Z.P.W.R. 1766" liest du im oberen Teil dieses sehr alten Holztransport-Weges und hast damit zugleich links des Anstieges die eindrucksvolle Feenhöhle erreicht. (Autor der Zugangsbeschreibung: R. Winkelhöfer)



(3) Memento Mori (Gedenke des Todes)

Wie kommt man zur Höhle MEMENTO MORI?
Du folgst der grünen Markierung ab dem Campingplatz in Mezni Louka bis hoch zum Sattel zwischen Vetrovec (Rauschenberg) und Bournak (Donnerberg) und steigst von dort auf grün ab in den Hluboky dul (Treppengrund). Du gehst auf der grünen Markierung weiter ab Einmündung des steil von rechts herunterkommenden Asphaltweges noch 150 m nach Nordosten, wo du rechts des Weges eine kleine Ausbuchtung erreichst. Hier zweigt nach rechts, also in südlicher Richtung, ein Grund ab. In seiner tiefsten Linie verläuft ein unscheinbarer, zeitweise feuchter Pfad bis an eine senkrechte Felsstufe heran. An der Felsstufe steigt man nach rechts am Felsfuß steil bergan und kommt im Bogen zurück zum darüber liegenden Überhang, dem Memento Mori. (Autor der Zugangsbeschreibung: R. Winkelhöfer)



(4) Nymphengrotte (Rusalcina)

Wie kommt man zur Grotte?
Aus Richtung Jetrichovice (Dittersbach) auf der roten Markierung zum Freibad in Chribska Kamenice (Kreibitzbachtal) / Pavlina udoli (Paulinengrund) gehend, passiert man anschließend den Bach aufwärts ein einzelnes Grundstück, das in einer Talweitung steht. Früher erhielt diese Grieselmühle ihr Wasser durch einen kurzen Stollen, jetzt jedoch durch einen offenen Mühlgraben. Vom Ende des am Fels verlaufenden Wassergrabens ist die Grotte ca. 130 m in Richtung Stausee entfernt. Der günstigste Zugang ist über einen kleinen Steg gegeben, der den Mühlgraben am Felsende kreuzt. (Autor: R. Winkelhöfer)



(5) Schmetterlingsboofe

a) Zugang von Mezni Louka:
Du folgst ab Mezni Louka der roten Wegmarkierung auf dem Gabrielensteig in Richtung des Großen Prebischtores. Hinter dem markanten Klettergipfel "Zuckerhut", wo der Touristenweg alsbald einen scharfen Bogen erst nach rechts und dann nach links macht, kommt ein steil heraufziehendes Tal links unter dir: das Prebischtal. In dieses Tal steigst du hinab und folgst seinem Grund in südwestlicher Richtung. Dort, wo der Hochwald sich fast lichtet und das Tal flacher und breiter wird, führt steil nach rechts hoch ein relativ gut sichtbarer ausgetretener Pfad bis an den Fuß jener Felswand, über den oben der Gabrielensteig verläuft. In der großen Schmetterlingsboofe finden viele Wanderer bzw. Kletterer Platz zum Übernachten.

b) Zugang von Hrensko:
Du läufst von Hrensko aus auf der Verbindungsstraße nach Mezni Louka und folgst der roten Wegmarkierung bis zum Punkt Tri prameny (Drei-Königsquellen). Dort führt die rote Markierung hoch in Richtung Großes Prebischtor. Du bleibst jedoch auf der Verbindungsstraße in Richtung Mezni Louka. Hinter einer Kurve zweigt links ein Grund ab. Dort befindet sich die Talstation der Versorgungsseilbahn zum Prebischtor. Du bleibst aber immer noch auf der Verbindungsstraße und gehst weiter in Richtung Mezni Louka. Alsbald steht links ein kleines rundes Gebäude der Wasserversorgung, bei dem das Prebischtal auf die Verbindungsstraße einmündet. Achtung, dort ist das Parken streng verboten und sehr teuer! Dieses Tal steigt in nordöstlicher Richtung stetig an. Du gehst auf seinem Grund 500 m und siehst bald oben die Felswand, über die der Gabrielensteig verläuft. Nach dem Eintritt in den Hochwald führt links ein relativ gut sichtbarer Pfad steil nach oben zur Schmetterlingsboofe.



(6) Stimmersdorfer Kapelle

Wie kommt man zur "Stimmersdorfer Kapelle"?
Empfohlen wird als Ausgangspunkt Mezni Louka. Mit roter Markierung beginnt der Gabrielen-Steig am Westende des Ortes (in Richtung Großes Prebischtor). Ständig ansteigend überwindet der basaltgeschotterte, breite Weg im Bogen zunächst den Einschnitt des Cerny dul (Schwarztal). Mit einem Hohlweg-Abschnitt und gestuftem, steileren Anstieg kommt man an den Felsfuß der Kridelni stena (Flügelwand). Diese Wand begleitet dich über eine lange Strecke und an ihrem südwestlichen Ende beinhaltet sie schließlich auch hoch oben die Stimmersdorfer Kapelle.
Im Wegverlauf fällt dir rechts ein langer, trockener Überhang über dem Weg auf, der durch die gelbe Farbe des bindemittelarmen Sandsteins gekennzeichnet ist. Vorbei an einem weiten Felskessel passierst du einen weiteren, noch längeren zweiten gelben Überhang. Nach dem Überhang treten die Felsen etwas zurück. Nach ca. 200 m weiterem Wegverlauf treten die Felsen erneut im Bogen zurück, machen bewaldetem Hang Platz. Du verbleibst auf dem Gabrielen-Steig und passierst den Fuß der sehr hohen Wand zwischen "Jägerhorn" und "Beckstein". An der scharfen Ecke des "Beckstein" habst du den begeisternden Ausblick auf den kegeligen "Zuckerhut". Weiter um den "Zuckerhut" herum. Das steil heraufziehende Tal links unter dir ist das Prebischtal. Im folgenden Wegbogen vor der nächsten Felsecke verlässt du den Gabrielen-Steig und steigst rechts den steilen sandigen Bergsteigerpfad hinauf und überwindst den feuchten Kamin. (Alternative: 15 m weiter rechts von diesem Kamin führt ein kleiner steiler Pfad hoch, der dich unter einem Felsenloch hindurch auch auf die Höhe leitet.) Im nun wieder flacheren Grasgelände auf gleichbleibender Höhe nach rechts bis nahe Klettergipfel "Zuckerhut", im Bogen auf gleichbleibender Höhe herum, den "Zuckerhut" im Rücken, auf den Grat-Pfad hinauf, dort einen schmalen Felsspalt überwinden, weiter bis auf die oberste Hochfläche und im Bogen nach links ein wenig abwärts zum "Frühstücksplatz". Damit ist man in der Mitte zwischen "Jägerhorn" und "Beckstein" auf 456 m NN. Du siehst vor dir auf der kahlen Fläche markante Sandsteinkarren, die Höhle selbst ist von oben praktisch nicht einsehbar. Du könntest nach rechts wenige Meter auf einen Absatz hinunter steigen (Längsblick in Richtung Prebischtor), von dem ein schräger Kamin mit großen Tritten (dennoch ist Seilsicherung z.B. an der gegenwärtig dort wachsenden Birke sehr geraten) direkt zur Stimmersdorfer Kapelle führt. (Autor: R. Winkelhöfer)



(7) Verstecktes Prebischtor

Wie kommt man zum Versteckten Prebischtor ?
Die Straße von Mezni Louka nach Vysoka Lipa verläßt man in jener Biegung, an der der Asphaltweg am Südhang des Vetrovec (Rauschenberg) in Richtung Felsenburg Saunstejn führt. Längs der Route befindet sich südlich der (orographisch) rechte Steilhang desjenigen Tales, welches vom Saunstejn in Richtung Mezna (Stimmersdorf) führt. In diesem Hang, vom Wegrand aus mit Aufmerksamkeit zu sehen, befindet sich das "Versteckte Prebischtor". Das ist noch vor der von links kommenden Einmündung eines weiteren Asphaltweges (Tonels Loch - Treppengrund mit grüner Markierung). Eine Hilfe beim Finden des "Versteckten Prebischtores" ist es, jene Stelle zu erkennen, an welcher der breite Forstweg ein kurzes Stück (fast) zum Hohlweg wird, weil eine kleine Felsbastion ins steile Tal hinein ragt. In dieser Bastion befindet sich in 50 m Abstand, etwa 30 m tiefer als die Forststraße, das Felstor. (Autor: R. Winkelhöfer)



(8) Weberstube bei Janov

Wie kommt man zur Weberstube?
Der aus Orientierungsgründen günstigste Zugangsweg wird hier ab jener Hauptstraßen-Spitzkehre beschrieben, die sich zwischen den Orten Ruzova (Rosendorf) und Janov (Jonsdorf) befindet. Diese zugleich tiefste Stelle der Straße kreuzt den hier beginnenden Janovsky potok (Ermischbach). Eingang der Weberstube Neben der Straße bestehen Parkmöglichkeiten. In nördlicher Richtung folgst du dem Hohlweg, passierst die links von dir befindlichen Häuser der Hajenky (Kuttelburg).
Es geht weiter gerade aus durch einen Hohlweg, sogleich anschließend nach halblinks über eine Lichtung, dann dem breiten geschotterten Fahrweg folgend, rechts ein bunkerartiger Kellerbau. Wenig später zweigt links, also nach Westen ein breiter, abwärtsführender Weg ab, dem du folgst. Du befindest dich jetzt schon am rechten Hang des zunächst seicht beginnenden Sandgrabens. Obwohl nach einiger Zeit der geschotterte Fahrweg abzweigend nach der linken Hangseite hinüber führt, bleibst du doch auf der rechten (!) Hangseite, wo der ebenso breite Fahrweg selten benutzt und grasig ist.
Wenig links neben dem Weg kann man nacheinander die Forststeine 287, später 245 finden. Du folgst dem bisher beschriebenen Weg (grasig, lehmig), der dem Gefälle des Sandgrabens parallel folgt und triffst unmittelbar am rechten Wegrand erstmals anstehenden Felsen mit "1776 1913 W.R.". Etwa 100 m nach dieser Stelle quert der Weg an großen, sandsteingesetzten Brückenköpfen den dauerhaften Bach und setzt sich in gleichbleibender Höhe im linken Hang fort. Du bist damit im untersten Sandgraben, auch das Singende Tal / Zpivajci udoli genannt. Nach etwa 200 m erreicht der quellfeuchte, braune Weg den Hochwaldrand und wird später sehr quellfeucht, torfmoos- und grasbewachsen. Schon am Hochwaldrand schaust du aufmerksam zum Talgrund, ein Pfad führt im spitzen Winkel hinunter. Im weiteren Wegverlauf zweigt wahlweise auch eine zweite Pfadspur direkt zur Weberstube ab. Es ist der Aufmerksamkeit des Besuchers überlassen, nun schon in den Felsen des rechten Hanges direkt am Wasser die gesuchte Höhle zu erkennen. Von ihr sind es in der Talmitte noch 200 m Entfernung bis zur Kamenice (Kamnitz), die aber an dieser Stelle nur der Bach unbeschadet erreichen kann. (Autor: R. Winkelhöfer)

Wandern in der Böhmischen Schweiz

Südöstlich von Dresden, in der deutsch-tschechischen Grenzregion, liegt das Elbsandsteingebirge. Ich empfehle auf der tschechischen Seite dieses Gebirges die BÖHMISCHE SCHWEIZ. Dort hielt ich mich bisher sehr oft und gern auf, nutzte den Tauschkurs des Euros zur tschechischen Krone und durchstreifte das Land. Hier beschreibe ich 8 Wanderrouten:

Route 1: Hrensko - Kamenice - Mezni Louka - Prebischtor - Hrensko
Route 2: Hrensko - Silberwand - Auf das Prebischtor - Hrensko
Route 3: Vysoka Lipa - Mezni Louka - Saunstejn - Vysoka Lipa
Route 4: Vysoka Lipa - Ostroh - Jetrichovice - Vysoka Lipa
Route 5: Mezni Louka - Kirnitsch - Tokani - Saunstejn - Mezni Louka
Route 6: Doubice - Chribska - Studenec - Rynartice - Tokani - Doubice
Route 7: Doubice - Kirnitschtal - Schwarzes Tor - Tokani - Doubice
Route 8: Mezni Louka - Rund um den Bournak - Mezni Louka

• Meine Karten-Empfehlung » Wanderkarten von Dr.-Ing. Rolf Böhm
• Reiseführer Böhmische Schweiz » Gratis als pdf-Datei herunterladen (1 MB)



Route 1: Hrensko - Kamenice - Mezni Louka - Prebischtor - Hrensko

Ganztagstour: Vom Parkplatz im Osten des Grenzortes Hrensko wanderst Du durch die Schlucht der Kamenice zur Kahnfahrt "Ticha souteska" (Nur geöffnet von Mai bis September). An der Brücke "Mezni mustek" kreuzt in nord-südlicher Richtung ein grüner Wanderweg. Du gehst weiter nach Osten durch die Schlucht der Kamenice zur Kahnfahrt "Divoka souteska" (Geöffnet von Mai bis September). Am Ende der touristisch erschlossenen Schlucht der Kamenice gehst Du durch den Soorgrund hoch nach Mezni Louka (Rainwiese). Dort findest Du das Hotel Mezni Louka mit Restaurant; gegenüber ein Gasthaus und einen Campingplatz. Von Mezni Louka läufst Du auf dem rot markierten Gabrielensteig nach Nordwesten in Richtung der Sandsteinbrücke Prebischtor (Pravcicka brana). An der Flügelwand (Kridelni stena) findest Du hoch im Felsen zwischen Beckstein und Jägerhorn die "Stimmersdorfer Kapelle", eine korrosive Höhlenbildung, bei der ein Felsblock reliktisch von fünf Sanduhren getragen wird. Der Abstieg zur Höhle ist relativ aufwendig und ohne Seilsicherung nicht ratsam. Ebenfalls quasi nur einen Steinwurf entfernt liegt die "Schmetterlingsboofe". Nach einer Besichtigungspause am großen Prebischtor steigst Du auf dem rot markierten Weg ab zur Verbindungsstraße Hrensko - Mezni Louka. Auf der Straße marschierst Du runter bis Hrensko. Eine schöne Tagestour, zu der Wanderkarte, Proviant, Wasserflasche & Regenjacke gehören! Selbstverständlich kannst Du die Strecke auch im Uhrzeigersinn wandern, indem Du von Hrensko direkt hoch läufst zum Prebischtor.



Route 2: Hrensko - Silberwand - Auf das Prebischtor - Hrensko

Ganztagstour: Zu etwas wilder Romantik in unmittelbarer Nachbarschaft des Prebischtores führt diese Tour (hier von mir rot bepunktet!) auf unmarkierten Wegen (!), die nur erfahrenen Wanderern mit Wanderkarte empfohlen wird. Proviant & Wasser bitte im Rucksack mitnehmen, da unterwegs keine Einkehrmöglichkeit besteht! Ausgangspunkt ist der Parkplatz am Ostrand des Grenzortes Hrensko hinter dem Restaurant "Klepac". Von dort gehst Du nicht ganz einen Kilometer auf der Straße in Richtung Mezni Louka. Hinter dem Wasserwerk (Bushaltestelle) biegst Du nach links ab - auf den unmarkierten, ins Seitental des Baches Sucha Bela führenden Fahrweg. Nach etwa 300 m gelangst Du zur Weggabelung. Von dieser steigst Du nun nach links berghoch immer auf dem Fahrweg bis zur Hochebene. Dort wendest Du dich nach rechts auf einen Weg Richtung Nordosten bis unterhalb der Silberwand. Etwa 45 m östlich der Südkante des Silberhorns am Fuß der Felswand entdeckst Du eine kleine Höhle, den sogenannten "Silberwandstollen". Der Stollen kann einfach befahren werden. Unterhalb der Silberwand wanderst Du weiter auf einem schmalen Tierpfad, bis Du rechterhand auf einen Schluchtweg triffst, der hier Deinen Pfad kreuzt. Du gehst auf der anderen Seite der Schlucht unterhalb der Auerhahnwände weiter. Im oberen Teil wird die Schlucht breiter und flacher und Du stöst in östlicher Richtung oben auf Grenzsteine (9/23, 9/22 ... bis 8/14, 8/13 und 8/12), von denen Du auf einem Querweg bis auf das Prebischtor gelangst. Zurück nach Hrensko läufst Du zurück zu den Auerhahnwänden und dort abwärts durch die Schlucht der Sucha Bela.
Eine oft gestellte Frage lautet: Gibt es einen Wanderweg (Wanderpfad), der direkt vom Großen Winterberg zum Prebischtor führt? » Meine Antwort findest Du hier.



Route 3: Vysoka Lipa - Mezni Louka - Saunstejn - Vysoka Lipa

Halbtagstour: Vom Hotel Lipa gehst Du mit Wasserflasche & Wanderkarte den ersten Teil der Tour auf dem blauen Wanderweg in Richtung Mezni Louka. Ab dem Soorgrund wanderst Du hoch nach Mezni Louka (Hotel, Gasthaus, Camping). Danach gehst Du über den Campingplatz auf dem roten Wanderweg hoch bis zur Einmündung eines Asphaltweges (Tonels Loch). Ab hier sind Abstecher zum "Versteckten Prebischtor" und zur Höhle "Memento mori" möglich. Danach gehst Du auf rot weiter und besuchst das Kleine Prebischtor (Mala Pravcicka brana) und die ehemalige Räuberburg Saunstejn. Kurz darauf erreichst Du den Parkplatz am unteren Ortseingang von Vysoka Lipa.



Route 4: Vysoka Lipa - Ostroh - Jetrichovice - Vysoka Lipa

Ganztagstour: Vom Hotel Lipa wanderst Du mit Wanderkarte, Wasser & Proviant nach Norden aus Vysoka Lipa heraus. Ein Aufstieg auf die ehemalige Felsenburg Saunstejn wird empfohlen. Dann gehst Du weiter nach Osten auf dem roten Weg hoch zu der Aussichts-Hütte auf dem Felshügel Ostroh. Unterhalb der Wilhelminenwand kommst Du an der Höhle "Balzers Lager" vorbei. In ihr findest Du diesen Goethe-Spruch: "Wer ist Meister? Der was ersann. Wer ist Gesell? Der was kann. Wer ist Lehrbursch? Jedermann". Weiter führt Dich der rote Weg vorbei am Aussichtspunkt Marina skala hinunter Richtung Jetrichovice. Kurz vor dem Ort kletterst Du noch rasch hinauf auf die ehemalige Räuberburg Falkenstein, danach wanderst Du durch Jetrichovice (Hotel, Gasthöfe, Pensionen, Campingplatz) hindurch weiter auf dem gelb markierten Wanderweg nach Westen bis zur Mündung des Baches in die Kamenice bei der Ruine der Grundmühle (Dolksky Mlyn). Oberhalb der Mühle findest Du im westlichen Uferfelsen hoch über der Kamenice eine Boofe. Gegenüber der Grundmühle steigst Du am Ostufer der Kamenice hinauf zum Hotel Lipa in Vysoka Lipa.



Route 5: Mezni Louka - Kirnitsch - Tokani - Saunstejn - Mezni Louka

Ganztagstour: Die Route ist nur hier auf meinem Kartenausschnitt mit orangenen Punkten markiert! Du marschierst von Mezni Louka über den Campingplatz auf dem grün markierten Wanderweg Richtung Nordosten. Aufsteigend erreichst Du den Sattel zwischen Donnerberg / Bournak und Rauschenberg / Vetrovec. Ab hier steigst Du ab in den Treppengrund / Hluboky dul, indem Du weiterhin der grünen Wegmarkierung folgst. Der Treppengrund mündet alsbald auf eine steil von rechts kommende asphaltierte Forststraße. Ab dieser Einmündung gehst Du auf dieser Forststraße, die jetzt die grüne Markierung trägt, noch 150 m nach Nordosten, wo Du rechts des Weges eine kleine Ausbuchtung erreichst. Hier zweigt nach rechts, also in südlicher Richtung, ein relativ kurzer Grund ab, an dessen Ende die Höhle "Memento mori" liegt. Nach dem Besuch dieser großen Höhle gehst Du wieder zur asphaltierten Forststraße zurück und wanderst auf grün bis zur Grenzbrücke an der Kirnitzsch bzw. gehst weiter auf grün bis zum Panenska jedle. Ab diesem Sattel läufst Du auf dem blauen Weg südöstlich bis zur Siedlung Na Tokani (Gaststätte). Von dort wanderst Du weiter nach Westen ein Stück auf der gelben Trasse. Ab der roten Markierung gehst Du in Richtung Mezni Louka, vorbei am Felshügel Ostroh, später an der ehemaligen Räuberburg Šaunštejn und am Kleinen Prebischtor (Mala Pravcicka brana) vorbei. Kurz vor dem Berg Vetrovec kannst Du einen Abstecher in südlicher Richtung zum "Versteckten Prebischtor" machen. Die rote Markierung führt Dich zurück nach Mezni Louka. Unbedingt mitnehmen: Wanderkarte, Wasser, Proviant & Regenjacke.



Route 6: Doubice - Chribska - Studenec - Rynartice - Tokani - Doubice

Ganztagstour: Die Strecke ist nur hier auf meiner Karte mit orange-farbenen Punkten markiert! Vom Ort Doubice (Pension Hubertus, Hotel JEF, Gasthaus Stara Hospoda) wanderst Du erst auf dem gelben Weg nach Süden bis zur Ortsmitte Chribska, dann gehst Du auf dem blauen Weg weiter nach Süden durch die ansteigenden Wälder bis auf den Sattel kurz vor Liska. Vom Sattel erreichst Du auf der roten Markierung ansteigend den Berg Studenec (736 m) und steigst von dort ab nach Studeny. Ab der Talsohle gehst Du auf dem blauen Weg hoch nach Rynartice (Gaststätte) und von dort weiter auf blau nach Norden bis zur kleinen Siedlung Na Tokani (Gaststätte). Nach einer Verpflegungspause wanderst Du nach Osten auf dem gelben Weg zurück nach Doubice. Unbedingt mitnehmen: Wanderkarte, Wasser, Proviant & Regenjacke!



Route 7: Doubice - Kirnitschtal - Schwarzes Tor - Tokani - Doubice

Ganztagstour: Von Doubice, gelegen an der Grenze zwischen Elbsandstein-Gebirge und Lausitzer Gebirge, gehst Du auf dem grünen Weg nach Norden. Beim Punkt Kyjovske udoli (Khaa-Tal) kommst Du ins Tal der Kirnitsch. Von dort erreichst Du die "Feenhöhle". Nach der Rückkehr gehst Du weiter durchs Tal der Kirnitsch bis zur Touristicky most / Touristischen Brücke. Hier kannst Du einen Abstecher zur "Eulenhöhle" (Sovy Jeskyne) machen. Nach den Höhlenbesuchen wanderst Du weiter durch das Tal der Kirnitsch nach Westen bis zur Zeidler Brücke / Brtnicky most und hältst Dich ab der Brücke an die blaue Markierung. Ab dem Grenzübergang Zadni Doubice gehst Du auf blau weiter nach Süden bis ins Tal Divoka rokle mit dem Schwarzen Tor (Cerna brana) an der Kirnitsch, weiter durch den Brückengrund auf blau über Panenska jedle zur Siedlung Na Tokani (Gasthaus). Von dort ist der Rückweg nach Doubice nun relativ einfach: immer auf dem gelben Weg Richtung Osten! In Doubice kehrst Du dann ein in das originelle Glöckchengasthaus zum Bier Velvet. Eine preiswerte Unterkunft in Doubice findest Du in der Pension Hubertus. Im Nachbarort Kyjov gibt es die einfache Hütte Kyjovanka. Unbedingt mitnehmen: Wanderkarte, Wasser, Proviant & Regenjacke.



Route 8: Mezni Louka - Rund um den Bournak - Mezni Louka

Halbtagstour: Von Mezni Louka wanderst Du über den Campingplatz auf dem grün markierten Wanderweg hoch zum Donnerberg / Bournak (461 m). Auf dem Sattel verlässt Du den grünen Weg und gehst ab hier nach schräg links auf einem unmarkierten Waldweg weiter. Achtung - nur hier auf meiner Karte ist dieser Rundweg mit orangenen Punkten gekennzeichnet! Der Weg führt Dich rund um Donnerberg und Karlshaus, vorbei an versteckt liegenden Felsüberhängen (z.B. Todestal-Boofe, Hühnerboofe, Winnetou-Boofe), die geradezu animieren zum Übernachten im Freien bzw. zum Grillen am Lagerfeuer. Übrigens befindet sich die Höhle "Memento mori" ganz in der Nähe. Dieser Weg ist keine offizielle Wanderroute, deshalb Wanderkarte, Proviant & Getränk mitnehmen. Wasser findest Du zwar oben an einer Quelle, jedoch: Im Sommer trocknet diese Quelle aus! Der hier mit orangenen Punkten markierte Weg führt Dich oben auf ziemlich gleichbleibendem Niveau rund um den Berg und dann durch den Donnergrund in steilem Gelände wieder abwärts nach Mezni Louka.