21.08.2014

65 Rad-Kilometer von Pliszka bis Slubice

Am 19. August 2014 fuhr mein Zug ab Bahnhof Frankfurt (Oder) um 09.49 Uhr bis zum polnischen Bahnhof Pliszka (10.34 Uhr): Dort begann ich meine 65-km-Radtour, die mich u.a. durch Gadkow Wielki, Mierczany, Lubin, Reppener Heide, Rzepin, Drzensko, Sulow, Starkow, Golice und Drzecin bis Slubice führte.

Meine Tour begann auf dem einsam im Wald gelegenen Bahnhaltepunkt Pliszka. Bis zum Dorf Pliszka radelte ich auf Asphalt - durch den Ort aber auf und neben einer alten Kopfsteinpflasterstraße. Danach fuhr ich wieder auf gutem Asphalt weiter auf welligem Terrain bis zur Straßenkreuzung bei Debrznica. Hier bog ich links ab in Richtung Rzepin und erreichte nach 6 Kilometern Gadkow Wielki. Eine Kopfsteinpflasterstraße führte mich durchs Dorf über einen Bahnübergang und weiter zur Bahnunterführung am Bahnhof vorbei. Danach radelte ich wieder auf Asphalt. In Lubin (bis 1945 hieß das Dorf Wildenhagen) fand ich an der Nordseite der Dorfkirche eine Gedenktafel. Sie erinnert an tragische Entscheidungen ehemaliger deutscher Wildenhagenerinnen am 31.01.1945 (siehe: Die Nacht von Wildenhagen).
In Jerzmanice bog ich links ab, fuhr über die Bahntrasse, um gleich dahinter rechts weiter zu fahren auf der Kopfsteinpflasterstraße, die mich in den Wald der Reppener Heide führte. Dort suchte ich mal links und mal rechts des Kopfsteinpflasters auf sandigem Untergrund meine Fahrspur. So erreichte ich eine Kreuzung mitten im Wald: nach links führte der feinschottrige Waldweg nach Radzikow - ich bog hier aber rechts ab - nach Norden. Ungefähr zweihundertfünfzig Meter später erreichte ich die Eiche "Piast" - mit zirka 660 Jahren der älteste Baum im Bereich der Oberförsterei Rzepin. Vor der riesigen Eiche informiert ein Schild über den geschützten Baum.
Auf einem relativ festen Waldweg fuhr ich weiter nach Nordosten - ab der Oberförsterei auf einer Kleinpflasterstraße. Hinter dem Bahntunnel erreichte ich mal wieder Asphalt. Durchs alte Rzepiner Stadtzentrum radelte ich erneut auf altem kleinen Pflaster. An der Südseite der Stadtpfarrkirche entdeckte ich eine schwarze Gedenktafel, die an die ehemaligen deutschen Bewohner von Reppen erinnert.
In der Bar gegenüber dem Reppener Kulturhaus wählte ich aus dem Angebot (siehe Foto).
Anschließend radelte ich auf Asphalt weiter nach Drzensko und kam dabei kurz vor dem Bahnübergang in Rzepin an einem modernen Kirchenbau vorbei.
Hinter Drzensko überquerte ich neben dem unscheinbaren Bahnhaltepunkt die Bahntrasse und fuhr auf einem festen Feldweg bis Sulow. Vor und hinter der Landstraße ging es über Kopfsteinpflaster durchs Dorf. Danach radelte ich auf sandigem Feldweg bis Starkow und fand dort die asphaltierte Landstraße. Kurz hinter dem Dorfende bog ich rechts ab auf einen Waldweg, der mich in Richtung Golice führte.
Unterwegs wurde daraus ein sandiger Feldweg, der zwischen modernen "Windmühlen" hindurchführte. Vor dem ersten Haus am Golicer Ortsrand begann ein relativ neuer Fuß- und Radweg, auf dem ich bis ins Dorfzentrum zum kleinen Dorfladen (Sklep) und zur Dorfkirche radelte.
Auf der vielbefahrenen Landstraße 31 rollte ich anschließend nach Süden bis Drzecin. Am nördlichen Dorfrand fand ich ein Bistro mit hölzernen Sitzgelegenheiten, trank einen heißen Kaffee und fotografierte dort den Eidechsenstein.
Weiter gings auf steiniger Piste bis ins Dorf, wo ich links abbog auf einen Betonplattenweg. Dieser Plattenweg führte mich zur Pferderanch. Dort lädt die Wiese und die Bar (wenn offen) immer ein zu einer Tourpause.
Für die letzten Kilometer bis Slubice nutze ich einen sandigen, manchmal auch feuchten Feld- und Waldweg - es war die letzte "Schwierigkeit", bevor ich in Slubice direkt vor einem Cafe- & Konditoreigeschäft mein GPS-Gerät - nicht zufällig - ausschaltete!

Fotos und GPS-Track gibt es in den beiden Portalen gpsies.com bzw. gps-tour.info

05.08.2014

70-km-Cross-Country-Tour durch Westpolen




Am 01. August 2014 unternahm ich mit zwei anderen Radfahrern eine 70-km-Radtour ab dem Bahnhof Rzepin in Richtung Swiebodzin. Wir radelten u.a. durch Tarnawa, Bielice, Bobrowko, Przeslice, Kownaty, Grabow, Walewice, Lagow, Zelechow, Lubrza und Lugow. In Swiebodzin erreichten wir die »Christus-Statue. Von Swiebodzin fuhren wir mit einer polnischen Regionalbahn zurück in Richtung Deutschland.

Diese abwechslungsreiche, aber anstrengende Cross-Country-Tour durch Westpolen sollte nur derjenige beginnen, der mental und körperlich fit ist und ein geländegängiges Rad fährt. Für Cityräder und Alt-DDR-Stahlrösser ist dieses Tourprofil ungeeignet. Erfahrungsgemäß gibt es in Polen bisher nur relativ wenige Radwege in jener Qualität, an die wir uns inzwischen in Deutschland sehr gewöhnt und die uns leider auch etwas verwöhnt und verweichlicht haben!

Begonnen haben wir unsere Radtour am Bahnhof Rzepin, der ca. 20 Kilometer östlich von Frankfurt (Oder) liegt. Dorthin reisten wir mit dem Regionalzug RB91, der um 09.49 Uhr vom Bahnhof Frankfurt (Oder) abfuhr. Bezahlt habe ich beim polnischen Zugschaffner 22 Zloty (= 10 Zloty Grenzübergangsgebühr + 7 Zloty pro Fahrrad + 5 Zloty pro Person).
Direkt am östlichen Stadtrand von Rzepin tauchten wir mit unseren Rädern ein in das nördliche Waldgebiet der Reppener Heide. Auf einem sandigen Waldweg erreichten wir Tarnawa und bogen an der Bushaltestelle links ab auf einen schottrigen Feldweg in Richtung Bielice. Eine schmale ruhige Asphaltstraße führte uns weiter nach Bobrowko. Auf der schattigen Wiese neben der mittelalterlichen Dorfkirche legten wir eine Verpflegungspause ein. Nach ca. 2,5 Kilometern bogen wir rechts ab auf einen bergauf führenden Kopfsteinpflasterweg, der uns bis Przeslice führte. Dieses alte Kopfsteinpflaster war nur die erste von weiteren alten Pflaster-Passagen. Vermeiden kann man aber diese erste Kopfsteinpflaster-Strecke, indem man zwei Kilometer auf der Asphaltstraße geradeaus weiterfährt in östlicher Richtung, dann an der folgenden Kreuzung rechts abbiegt und auf der Landstraße bis Preslice bergauf fährt. Beide Bergauf-Varianten erfordern in jedem Fall eine gute Radler-Kondition. Von Przeslice fuhren wir weiter nach Süden in Richtung Torzym.
Am Richtungsschild "Kownaty" bogen wir links ab, durchfuhren die kleine Siedlung Kownaty, kreuzten die Landstraße 138, erreichten Grabow und später Walewice. Hinter dem Dorf fuhren wir noch ein relativ kurzes Stück auf einer Kopfsteinpflasterstraße, bogen aber vor einer Baumgruppe links ab und folgten von nun an den blauen Schildern des Jakobpilgerweges. Der Feldweg war rauh, sandig und sehr schwierig zu befahren. Erst am Waldrand wurde der Weg einigermaßen fest. Nun folgten wir dem naturbelassenen Waldweg südlich des riesigen Militärgeländes bis zur kleinen Siedlung Rakow. Immer noch dienten uns die blauen Schilder des Jakobsweges als Orientierung. Bald erreichten wir erneut einen alten Pflasterweg, der ab der Pliszka-Brücke heftig und lang bergauf führte - eine große Herausforderung für Mensch und Material. Nach dieser harten Kopfsteinpflaster-Schinderei erreichten wir endlich die Asphaltstraße nach Lagow - eine Wohltat für Rad und Radler. Im Touristen-Städtchen fanden wir unterhalb der Burg das Restaurant "Karczma Podzamcze", das einige leckere Suppen auf der Speisekarte anbietet (siehe Suppenfotos):
Nach der Mittagssuppenpause folgte unsere nächste schwere Bergetappe: wir verließen Lagow bergauf nach Osten in Richtung Zelechow. Neben der alten Kopfsteinpflasterstraße war glücklicherweise ein neuer Fußgängerweg gebaut worden, auf dem wir unsere Räder bergauf schieben konnten: nach der Mittagspause war unsere Beinmuskulatur noch kalt und wenig leistungsfähig. Auf der anderen Seite des Berges gings steil bergab und hinter einer Kurve erneut steil bergauf. Auch da stiegen wir wieder vom Rad und schoben - unsere Beine waren immer noch im Mittagspausenmodus!
Hinter Zelechow erwartete uns eine böse Überraschung: Laut Karte sollte der Feldweg bis zum Dorf Lubrza führen - aber kurz hinter Zelechow war der Weg kaum noch zu erkennen, er war ziemlich stark zugewachsen, so daß wir teilweise über den daneben liegenden Acker fahren mußten. Kurz vor der neuen Autobahn endete er abrupt an einem langen hohen Wildzaun! Was tun? Zurück? Glücklicherweise hatten die Autobahnbauer dort, wo früher dieser Feldweg weiter nach Osten führte, einen Wildtunnel unter die neue Autobahn eingebaut.
Kurz entschlossen schoben wir unsere Räder hindurch, wobei der Tunnel am östlichen Ende etwas niedriger wurde, so dass wir unsere Räder nur noch in Schräglage hindurch bekamen! Aber wir kamen durch und konnten dahinter unseren Cross-Country-Kurs weiter verfolgen. In Swiebodzin kämpften wir uns durch das Straßensystem und standen um 16.30 Uhr am Fuß der Christus-Statue im Süden der Stadt. Um 17.24 Uhr brachte uns ein Regionalzug von Swiebodzin zurück nach Slubice. Kosten für meine Rückfahrt: 7 Zloty fürs Fahrrad plus 16,10 Zloty für 69 Kilometer vom Bahnhof Swiebodzin bis Bahnhof Slubice = 23,10 Zloty.

An der Christus-Statue: Martin (Lebus), Manfred (Müllrose) + Roland (Frankfurt).

Wer diese Cross-Country-Radtour nachfahren möchte, findet in den beiden GPS-Portalen »GPS-Tour.info und »GPSIES.com meine Track-Datei zum Downloaden!