29.12.2016

Neuer Kleistturm entsteht in Slubice


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Am 27.12.2016 informierte die Märkische Oderzeitung, dass "Slubice mit dem Kleistturm eine weitere touristische Attraktion erhält. Voraussichtlich im kommenden Jahr soll mit dem Bau begonnen werden. Laut Slubicer Stadtverwaltung würden vier Millionen Zloty dafür aufgewendet. Wann Baustart sein wird, stehe noch nicht fest. Slubice warte noch auf eine endgültige Freigabe der Mittel durch den EU-Begleitausschuss. Etwa 30 Meter hoch wird der neue Kleistturm sein (siehe Foto oben rechts). Der Aussichtsturm wird sich in der Nähe des Ostmarkstadions in einem Waldgebiet befinden. Der Standort ist laut Bürgermeister Ciszewicz der höchste Punkt der Stadt."
Dies ist eine gute Nachricht aus Slubice.

Fakt ist: Verantwortliche Politiker aus Slubice sind bei diesem Kleistturm-Projekt über ihren nationalen Schatten gesprungen! Allein die Tatsache, dass politisch vernünftige Slubicer unter einer konservativen Warschauer Regierung sich nach langem Reifeprozess durchgerungen haben, trotz hohem städtischen Schuldenstand nun mit eigenem Geld und mit EU-Fördergeld einen neuen Turm für den deutschen Dichter und Offizier Ewald von Kleist auf ihrem Stadt-Territorium errichten zu wollen, ist einigermaßen bemerkenswert! Nicht alle Slubicer Bürger stehen dabei hinter ihnen! Immerhin so etwas wie eine vertrauensbildende Maßnahme. Vielleicht erreichen die beiden Kleists durch diesen neuen Turm eine weitere internationale Dimension, die über Slubice und Frankfurt hinausweist. Schau´n wir mal...

Das Frankfurt-Slubicer Kooperationszentrums bzw. die Gemeinde Slubice gab mir am 19.01.2017 zum Kleistturm-Projekt folgende Auskünfte:

Die Reste des alten Kleistturms werden aus denkmalschutzrechtlichen Gründen an ihrem Platz bleiben. Dort werden sie gesäubert und, soweit es geht, freigelegt und somit für Besucher sichtbarer. An dieser Stelle wird es eine ausführliche, gut sichtbare Informationstafel über den historischen Kleistturm und die sichtbaren Reste geben.

Der Weg von den Resten zum Neuen Kleistturm wird begehbar gemacht. Auch am Neuen Kleistturm sowie innerhalb des Gebäudes werden Informationstafeln die Geschichte des Kleistturms darstellen und auf die ca. 100m entfernten Reste hinweisen.

Die Gemeinde Slubice hat am 13.01.17 zusammen mit den deutschen Projektpartnern Stadt FFO, ARLE gGmbH und MuV GmbH im Interreg VA-Programm einen Förderantrag eingereicht, dessen Gegenstand u.a. der Neuaufbau des Kleistturms und die Erschließung des Geländes sind. Über den Antrag wird voraussichtlich im Frühjahr entschieden. Im Spätsommer/Herbst kann dann mit der Umsetzung des Projekts begonnen werden.


Nachtrag 1:

Am 15.01.1999 schrieb ich an die Bürgermeister von Frankfurt (Oder) und Slubice - damals hießen sie Pohl und Bodziacki - zwei gleichlautende Briefe. Darin schlug ich ihnen vor, den zerstörten Kleistturm hinterm ehemaligen Ostmarkstadion als Tourismusobjekt neu aufzubauen. Damals wurde mein Vorschlag zwar registriert, aber im Frankfurter Rathaus intern nur belächelt. Oberbürgermeister Pohl bestätigte den Eingang meines Briefes am 26. Februar 1999 mit einem Antwortschreiben. Von Herrn Bodziacki gab es 1999 leider keine Reaktion. Erst 2005, im Zuge der kommenden Bürgerbefragung zum grenzüberschreitenden Straßenbahnprojekt, nahm Herr Bodziacki in einem großen MOZ-Artikel am 22. Oktober 2005 Bezug auf meinen Vorschlag und ließ sich damals sogar mit einem Modell des künftigen Kleistturmes für den MOZ-Artikel fotografieren (Foto: Klaus Baldauf)! In dem MOZ-Artikel von Margrit Höfer und Olaf Gardt wurde auch mein Name als Ideengeber erwähnt - immerhin!

Umso mehr freue ich mich, dass jetzt, nach über 17 Jahren, aus meinem Vorschlag ein konkretes Bauprojekt entsteht. Es lohnt sich also, eine Idee öffentlich zu äußern und mit Geduld auf Reaktionen und Entwicklungen zu warten.

Wortlaut meiner Briefe an die Bürgermeister vom 15.01.1999:

An die Bürgermeister von Slubice und Frankfurt (Oder)

Wiederaufbau des Kleist-Turms in Slubice
Am 12. August 1759 wurde der Dichter Ewald Christian von Kleist in der Schlacht bei Kunersdorf tödlich verwundet. Ihm zu Ehren und zur Erinnerung entstand nur aus Spenden von 1891 bis 1892 der Kleist-Turm. Bis zum Frühjahr 1945 stand dieser Turm weithin sichtbar auf dem Berg hinter dem Ostmarkstadion. Leider wurde er damals von deutschen Soldaten weggesprengt. Noch heute sieht man die Trümmer des Turms auf dem Bergrücken. Was halten Sie von meiner Idee, den Turm an seinem ehemaligen Standort neu wieder aufzubauen? Ich bitte Sie, zu klären, ob die Stadt Slubice auf der ehemaligen Kleist-Höhe einen entsprechend grossen Bauplatz genehmigen würde. Sobald diese Frage beantwortet ist, kann durch das Bekanntmachen dieser Idee in der polnischen und deutschen Presse zum Unterstützen der Idee aufgerufen werden. Der Turm könnte wie früher ein weithin sichtbares Ausflugsziel sein. Er würde Bürger aus Slubice, Frankfurt und Umgebung anlocken. Am Fuss des Turms könnte wieder eine Gaststätte polnische und deutsche Spaziergänger zum Verweilen einladen. Über die Art und Weise des Aufbaus und des Betreibens dieses Turmes wäre nachzudenken, sobald sich in den Kleist-Städten Frankfurt und Slubice genügend Befürworter zu dieser Idee bekannt haben.

Mit freundlichem Gruß
Roland Totzauer

Den Wortlaut dieser Briefe an die Bürgermeister von Frankfurt und Slubice präsentiere ich seit Jahren auch in meiner Homepage und werde sowohl dort als auch hier im Blog sofort Vorzug melden, sobald der Turmneubau eingeweiht ist.

Nachtrag 2:

Mitten im heißen Sommer 2012 durfte ich am 26.07.2012 die neue "Kleistroute", die zirka 20 Kilometer durch Frankfurt (Oder) und durch Slubice führt, offiziell miteröffnen (siehe "Oderlandspiegel von 04.08.2012"). Den Vorschlag für diese Route brachte ich im August 2009 mit Hilfe eines Artikels in der Märkischen Oderzeitung in die Öffentlichkeit und warb darin für diese Idee. Aufgegriffen hat sie der SVV-Abgeordnete Gleisenstein. Auf der Basis meiner Idee formulierte er einen eigenen Antrag, der im Frankfurter Stadtparlament Zustimmung fand. Danach dauerte es zirka drei Jahre, bis die "Kleistroute" in Frankfurt und in Slubice realisiert war.
Bewegungsfreudige Wanderer und Radfahrer können die Route mittels einer PDF-Datei erkunden. Diese 1 MB große Datei steht hier im Internet zum Downloaden bereit. Interessenten erhalten sie auch im Frankfurter Touristenbüro - soweit vorhanden.

21.12.2016

Das BKA beendet Fahndung!

Bundesanwaltschaft und Bundeskriminalamt beendeten am frühen Morgen des 23.12.2016 ihre Fahndung im Zusammenhang mit dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche am 19.12.2016.

Dringend tatverdächtig war der tunesische Staatsangehörige Anis AMRI (siehe unten):



Dies ist der Ermittlungsstand am Vormittag des 23.12.2016:
Amri wurde am frühen Morgen des 23. Dezember 2016 von zwei italienischen Polizisten in Sesto San Giovanni, einem Vorort von Mailand, erschossen. Der italienische Innenminister Marco Minniti bestätigte auf der darauffolgenden Pressekonferenz, dass Amri bei einer regulären Polizeikontrolle keine Dokumente bei sich gehabt habe und umgehend auf die Beamten geschossen habe, woraufhin diese ihn erschossen. Bei dem Schusswechsel wurde ein Polizist an der Schulter leicht verletzt. Anis Amri wurde nach Angaben der italienischen Polizei per Fingerabdruck identifiziert.

Mein Fazit vom 23.12.2016:
Trotz des Nizza-Attentats wurden tragischerweise in Deutschland bis zum 19.12.2016 keine Betonschutzblöcke bei Weihnachtsmärkten auf öffentlichen Plätzen installiert. Eine Pannenserie (Fehleinschätzungen staatlicher Behörden + Richter + Politiker, Personalmangel der Polizei u.a.) machte es Anis Amri möglich, sich monatelang frei in Deutschland aufzuhalten, innerhalb des Landes hin und her zu reisen und Kontakte zu radikalen Salafisten zu unterhalten. Mittels dieser Kontakte tauchte er nach seiner Terror-Tat am 19.12.2016 unter. Diesem Versagen des deutschen Staates, deutscher Politiker und Polizisten müssen Konsequenzen folgen, z.B. bei der Bundestagswahl 2017!

Nachtrag vom 15.09.2017:
Nach dem Anschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz leitete die Berliner Polizei erst nach Stunden wichtige Anti-Terror-Maßnahmen ein. Das geht aus einem internen Bericht hervor, der dem rbb und der "Berliner Morgenpost" vorliegt. Die Einsatzleitung sei "ungeübt gewesen".
Auf den Seiten von rbb24.de findet man am 15.09.17 den RBB-Bericht unter der Überschrift "Fahndung nach Amri kam viel zu spät".

15.12.2016

Rund um Slubice am 14.12.2016

Am Mittwoch, den 14. Dezember 2016, kamen 21 Wanderinnen und Wanderer aus Frankfurt (Oder) und Umgebung zum Frankfurter Comic-Brunnen. Gemeinsam starteten wir dort zu einer spätherbstlichen 13-Kilometer-Wanderung. Unsere Strecke führte hinter der Grenzbrücke erst durchs Slubicer Zentrum und dann auf teilweise naturbelassenen Wegen entlang der östlichen und nördlichen Stadtgrenze rund um die polnische Grenzstadt. Ein RBB-Kamera-Team begleitete unsere Wandergruppe auf den ersten Kilometern.

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In den folgenden 13 Fotocollagen hat der Wanderfreund Wolfgang Streck sowohl eigene Fotos als auch Fotos der Wanderfreunde Leu und Quilitzsch kunstvoll verarbeitet:








11.12.2016

Drei Märkte auf einen Streich!

Am 3. Adventswochenende veranstalteten mehrere große und kleine Orte in Ostbrandenburg große oder kleine Weihnachtsmärkte. Ich entschied mich am Samstag, den 10. Dezember 2016, für eine Radtour zu Weihnachtsmärkten in Fürstenwalde, in Tempelberg und in Hohenjesar: Drei Märkte an einem Tag = eine erfolgreiche Tour!

Der Fürstenwalder Weihnachtsmarkt am Dom und Altem Rathaus war relativ kommerziell.
Beeindruckend in Tempelberg war der große Andrang von angereisten Besuchern. Die Autos blockierten das ganze Dorfzentrum. Die Menschen drängten zum Weihnachtsbaumverkauf und zum Weihnachtsmarkt in den Produktionshallen der Tempelberger Firma Lürssen.
Klein, aber auch fein präsentierte sich der Weihnachtsmarkt in der Reithalle des Reit- und Fahrvereins Alt Zeschdorf e.V.
Herbstliche Temperaturen um 10 Grad Plus erleichterten mir das Radfahren.

Das war meine 55-Kilometer-Strecke:
Bahnhof Fürstenwalde - Domplatz - Bahnhof - Fürstenwalde-Nord - Neuendorf im Sande - Buchholz - Tempelberg - Hasenfelde - Arensdorf - Falkenhagen - Döbberin - Hohenjesar - Schönfließ - Wilhemshof - Oder-Neiße-Radweg - Frankfurt (Oder).

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Meine Radtour-Statistik:
Gesamtstrecke 55 Kilometer; Gesamtdauer inkl. Bahnfahrt & Pausen: 6 Stunden;
Reine Fahrtzeit: 2 h 52 Minuten; Durchschnittsgeschwindigkeit etwa 19 km/h;
Bahnkosten: 5,70 € = Fahrkarte + 3,30 € = Radkarte (Frankfurt bis Fürstenwalde).

04.12.2016

Weihnachtsmarkt Dolgelin 2016


Auch 2016 organisierten die Dolgeliner wieder einen kleinen feinen Weihnachtsmarkt rund um die Ruine ihrer mittelalterlichen Dorfkirche. Der Markt lockte am 2. Adventswochenende zahlreiche Besucher an. Auch ich machte mich mit meinem Fahrrad am 03. Dezember 2016 dorthin auf den Weg - bei Temperaturen knapp um bzw. über Null Grad Celsius. Als Beleg zeige ich hier ein Diagramm mit der Wettervorhersage für diesen sonnenreichen kühlen Samstag. Aber mit passender Bekleidung trotzte ich auch diesmal den winterlichen Temperaturen. Insgesamt legte ich 54 Kilometer zurück.

Das war am 03.12.2016 meine 54-km-Strecke:
Frankfurt (Oder) - Kliestow - Siedlung Hexenberg - Wilhelmshof - Wulkow - Schönfließ - Alt Zeschdorf - Niederjesar - Alt Mahlisch - Dolgelin - Libbenichen - Alt Mahlisch - Niederjesar - Hohenjesar - Alt Zeschdorf - Neu Zeschdorf - Wulkow - Wilhelmshof - Radweg an der B112 - Mittelweg - Oderpromenade - Stadtzentrum.

Während neben der Dolgeliner Kirchenruine vor allem kulinarische Angebote verkauft wurden, boten vor und in der benachbarten Turnhalle handwerkliche Freizeitkünstler und -künstlerinnen ihre Kreationen und Produkte an.
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